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12. Juli 2007
Am 10. Juli liess sich die 6. Klasse eines Zürcher Schulhauses im RZ vom Institut für Pervasive Computing in die geheimnisvolle IT-Welt von morgen entführen. Der Besuch fand im Rahmen eines Projektes mit der Abteilung für Organisation und Informatik der Stadt Zürich (OIZ) statt.
Von Katja Abrahams
Von
der sprechenden Zahnbürste über den integrierten Einkaufsberater im Etikett des
neuen Blazers bis zum empfindlichen Hemd, das die Waschmaschine bittet, es doch
bitte sanft und schonend zu behandeln: In der Einführung von Prof. Friedemann
Mattern erfuhren die 12-Jährigen einiges über die rasante Entwicklung der
letzten Jahre mit immer kleiner und billiger werdenden Computerprozessoren und
Sensoren, die eine drahtlose Kommunikation "intelligenter" Gegenstände im
Alltag ermöglichen.
Spannende IT-Demos zum Ausprobieren
Bei den anschliessenden Demos mit den Doktoranden Matthias Lampe und Ruedi Arnold durften die Kids am Institut entwickelte Forschungsprojekte ausprobieren: Mit Hilfe des ins Foto-Handy integrierten Barcodescanners für Lebensmittel konnten sie sich vergewissern, ja nicht allergisch auf Pringles und Schoggi-Kugeln zu reagieren, bei einem anderen Projekt mit einem Handy als Fernbedienung auf der Landkarte von Google Earth herumklicken. Und nachdem sie den interaktiven Jass-Tisch ausprobiert hatten, konnten einige der 6.-Klässler tatsächlich nicht die Finger von der Playmobil-Ritterburg lassen, obwohl sie beteuerten, dafür längst zu alt zu sein. Aber es handelt sich schliesslich nicht um ein gewöhnliches Spielzeug: Die Figuren der Burg sind mit "Smart Tags" ausgerüstet, so dass man beim Spielen den Drachen zum Fauchen und das Gespenst zum Heulen bringen und als didaktischen Nebeneffekt dem edlen Ritter obendrein noch Informationen über sein mittelalterliches Leben entlocken kann.
Zur Abrundung des Programm gab es einen Vortrag mit vielen Demos von Mario Botsch vom Computer Graphics Lab. Graphische Effekte wie das Verformen von Kühen, Zerschneiden von Bunnies und Herumschleudern von Schlangen sorgte für allgemeine Erheiterung bei den Schülern. Diese stellten für ihr Alter höchst fachmännische Fragen, etwa, ob man das Programm denn irgendwo kostenlos herunterladen könne und ob es denn auch auf Apple laufe.
Fantasievolle und kritische 12-Jährige
Bei der abschliessenden Fragerunde mit Prof. Mattern zeigten die Schüler, dass IT für sie einerseits selbstverständlich ist, sie sich andererseits aber auch kritisch damit auseinandersetzen. "Eine Welt, in der alles kontrolliert wird und man keine Freiheit mehr hat, weil einem irgendwelche Sensoren sagen, dass man sich zu wenig bewegt oder man den Velohelm vergessen hat, fände ich gar nicht schön", äussert sich einer der 6.-Klässler.
Die kleinen Technologie-Experten werden bald wieder Gelegenheit haben, Prof. Mattern ihre Ansichten zur IT-Welt von morgen zu vermitteln. Im September findet eine Tagung der OIZ statt, zu der Prof. Mattern als Referent eingeladen ist und bei der auch die Perspektiven und Vorstellungen der Kinder berücksichtigt werden. Laut Annette Kielholz, Kommunikationsverantwortliche OIZ und Initiatorin des Projekts, haben die Schüler in einer im Unterricht selbst erstellten Präsentation ein "Feuerwerk von Ideen" zusammengetragen, das so spannende Projekte wie die Navigationsbrille für Blinde als Ersatz für den Blindenstock oder eine Bildergeschichte aus der Perspektive einer Laus zu bieten hat.
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