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Juni 2008
Auch in diesem Jahr fand wieder eine Studienwoche an der ETH Zürich statt. Über hundert Mittelschüler und Mittelschülerinnen aus der Schweiz und aus Deutschland nahmen vom 2. bis 6. Juni daran teil. Zum ersten Mal übernahm die Gruppe von Prof. Hinterberger die Leitung für die Studienwoche des Departements Informatik, an der, im Gegensatz zum letzten Jahr, auch Frauen teilnahmen.
von Stefan Imper
Ein Ziel der
Woche war, den Schülern und Schülerinnen den Einsatz von Informatik bei
naturwissenschaftlichen Problemstellungen nahe zu bringen. Die
Verarbeitung wissenschaftlicher Daten verlangt fundierte
Informatikkenntnisse, von denen einige in dieser Woche den Lernenden
praxisorientiert vermittelt werden sollten. Der Fokus wurde aber auch
auf das Kennenlernen der Institution ETH Zürich gelegt. Die Woche
sollte dazu dienen, die ETH Zürich als potentiellen Studienplatz
vorzustellen und die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu einem
eventuellen Studienstart zu motivieren.
Zu Beginn der Woche
kamen die von der Gruppe Hinterberger entwickelten E.Tutorials® zum
Einsatz. Dieselben E.Tutorials® kommen auch in
Informatik-Lehrveranstaltungen der naturwissenschaftlichen
Studiengänge zur Anwendung. Sie ermöglichten es den Schülern und
Schülerinnen, sich elementare Fertigkeiten für den Einsatz von
Computern und Informatikmitteln zur Lösung wissenschaftlicher
Fragestellungen anzueignen. Hauptaugenmerk wurde auf Simulationen und
die Makroprogrammierung gelegt, die mit weit verbreiteten und auch frei
verfügbaren Informatikmitteln ausgeführt werden können.
Die
Lernenden hatten die Möglichkeit, direkt am Computer ohne grosse
theoretische Einführung ihre Fähigkeiten zu erweitern und interessante
Daten mit verschiedenen Methoden zu verarbeiten. Dank der E.Tutorials®
wurden unterschiedliche Vorkenntnisse berücksichtigt und individuelle
Vertiefungen ermöglicht. Das Ziel war, sich Kompetenzen anzueignen, um
im zweiten Teil der Woche selbständig Projekte zu erarbeiten und diese
mit Hilfe von Visual Basic for Applications (VBA) nach eigenen
Entwürfen zu programmieren.
Der Computerraum im CAB war somit
Treffpunkt und Zentrum für die Lernenden während dieser Woche. Die
intensive Betreuung durch die Gruppe Hinterberger wurde mit einer nicht
versiegenden, hohen Motivation belohnt. Pausen am Morgen und am
Nachmittag, in denen exotische Fruchtsäfte, Croissants oder andere
schmackhafte Verpflegung serviert wurden, sorgten für die richtige
Erfrischung, um eine fokussierte, konzentrierte Arbeit an den Computern
zu unterstützen. Die E.Tutorials® ermöglichten es den Lernenden, gleich
von Anfang an an den Computern selbst etwas zu gestalten. Einen
positiven Einfluss ergab sich aus der Tatsache, dass die Lernenden
nicht mit einer unbekannten Materie arbeiteten, sondern mit aus dem
Alltag bekannten Applikationen. Lernende mit bereits fortgeschrittenen
Programmierkenntnissen konnten auch die Programmiersprache ihrer Wahl
einsetzen. Aber auch diese „Experten“ waren überrascht, wie
professionell mit der Programmiersprache VBA gearbeitet werden konnte.
Besonders am Anfang der Woche wurde die Arbeit in den
Computerräumen immer wieder von interessanten Vorträgen unterbrochen.
Sowohl für den illustrativen Vortrag von Dr. Nils Thuerey über
„physikalische Simulationen in Computerspielen und Filmen“ als auch die
Präsentation von Prof. Friedemann Mattern über die „Computer der
Zukunft“ mit entsprechenden Demonstrationen seiner Assistenten war das
Interesse gross. Mit diesen Vorträgen konnten zwei verschiedene
Bereiche des Departements Informatik den Lernenden näher gebracht
werden.
Um das zweite Ziel der Woche, das Kennenlernen der ETH
Zürich, zu erreichen, wurden deren wichtigste Gebäude in einem Rundgang
gezeigt. Dabei handelte es sich nicht nur um den Hönggerberg oder das
IFW, sondern andere wichtige Orte wie die verschiedenen Mensen,
Sporträume oder den Studentenladen. Die grosse Unbekannte „Studium an
der ETH Zürich“ wurde weiter abgebaut mit einem informativen Vortrag
von der Studienberaterin des Departements für Informatik Judith
Zimmermann. Den Mittelschülern und Mittelschülerinnen wurde nicht nur
der Aufbau des Informatikstudiums erklärt, sondern auch andere
Studienrichtungen fanden in den Erklärungen Platz.
Eine
weitere Möglichkeit für die Schüler und Schülerinnen, sich über das
Informatikstudium genauer zu informieren, ergab sich aus einem
gemütlichen Abendessen in der Commihalle in Zürich. Die Hasler Stiftung
ermöglichte grosszügigerweise dieses angenehme Zusammensitzen, so dass
die Schülerschaft von gegenwärtigen Informatikstudierenden (drei
Mitglieder des VIS–Vorstandes) Informationen über das konkrete Studium
am Departement Informatik erhalten konnten.
Der zweite Teil der
Studienwoche war einem eigenständigen Projekt gewidmet. Nun konnten sie
ihr während der ersten drei Tage praktisch erlerntes Wissen anwenden
und selber in einem Projekt einbringen. Unter der Leitung von Dr. Lukas
Fässler wurden fünf Projektvorlagen abgegeben. Diese enthielten die
Problembeschreibungen sowie eine gewisse Starthilfe. In Zweiergruppen
wurde je eine Projektvorlage durchgearbeitet, die danach von den
Schülern und Schülerinnen individuell weiterentwickelt wurde. Bei den
Projekten handelte es sich um Tabellenkalkulationen, die mit VBA
programmiert wurden. Unter den Projekten waren relativ bekannte
Simulationen wie „Game of Life“, „Populationsdynamik“ oder
„Galtonbrett“ als auch weniger bekannte wie „dynamische
Wärmeverteilungen“ oder „Zahlensysteme“ zu finden. Die Lernenden
machten sich mit einer bemerkenswerten Motivation an die
Weiterentwicklung der Projekte. Bis ins kleinste Detail mussten die
Simulationen perfekt sein und eine Idee jagte die andere.
Diese
positiven Aspekte wurden auch von der Tatsache unterstützt, die
erarbeiteten Projekte vor Publikum an der Schlusspräsentation den
anderen Teilnehmenden demonstrieren zu dürfen. In einer internen
Projektdarlegung einen Tag vor der Vorführung wurden zwei Projekte
ausgewählt und dann am Freitag präsentiert. Die restlichen Arbeiten
wurden auf Laptops und Postern visualisiert und den Gästen und anderen
Teilnehmern nach der Hauptpräsentation vorgeführt.
Aus
der Sicht der Gruppe Hinterberger war die Studienwoche ein voller
Erfolg, vor allem Dank der aktiven Mitarbeit der sehr interessierten
Mittelschüler und Mittelschülerinnen. Die zwei vorgegebenen Ziele, den
Lernenden den Einsatz von Informatik bei naturwissenschaftlichen
Problemstellungen und die ETH Zürich als Institution näher zu bringen
und Zweifel, ob die ETH für ein Studium in Frage käme, auszuräumen,
konnten erreicht werden. Das Erfüllen des ersten Ziels wurde aus den
sehr guten Präsentationen in der Vorführung für das Plenum ersichtlich.
Besonders wichtig dabei scheint die Tatsache, dass sie selbst etwas
erarbeitet haben und stolz auf ihr Projekt sein konnten. Das Erreichen
des zweiten Ziels wurde durch die sehr gute Stimmung unter den Schülern
und Schülerinnen selbst und einer entspannten Atmosphäre zwischen der
Gruppe Hinterberger und den Lernenden sowie der Bemerkung, man sähe
sich wohl an einem künftigen Erstsemestrigentag wieder, erkennbar.Wir
bedanken uns bei ETH tools für die gute Organisation und bei der Hasler
Stiftung für die grosszügige Unterstützung.
Weitere Informationen unter http://www.ethtools.ethz.ch/projects/stdw
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