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02.02.2006
Juraj Hromkovic ist seit Januar 2004 Professor für Informationstechnologie und Ausbildung an der ETH. Von Oktober 2005 bis Ende Januar 2006 fand seine Vorlesungsreihe "Open Class, Sieben Wunder der Informatik" statt, in der er ein breites Publikum ab 15 Jahren in die Informatik einführte.
Katja Abrahams schildert ihre Eindrücke zur Vorlesungsreihe
Neben
Studenten und Schülern, die sich hauptsächlich in den hinteren Reihen des
Hörsaals niedergelassen haben, sind weiter vorne grösstenteils ergraute Köpfe
zu sehen, hauptsächlich Männer, die sich eifrig über ihre Notizblöcke beugen
und mitschreiben. Der Saal ist fast voll, schliesslich findet heute der letzte
der "Open Class"-Vorträge statt, die sich grosser Beliebtheit erfreuen.
Professor Hromkovic hat sichtlich Freude an seinen originellen Vorträgen und würzt sie gerne mit einer kräftigen Prise Humor: Da kann es schon mal vorkommen, dass sich Strichmännchen zum Thema „Online-Algorithmen“ in die Haare kriegen! Die Tatsache, dass er mit den einfachsten Mitteln hoch komplizierte Sachverhalte zu erklären vermag, ist sicherlich ein weiterer Grund für den grossen Anklang, den "Open Class" gefunden hat: In der Vorlesung über Quantenmechanik beispielsweise, nicht gerade ein sehr zugängliches Thema für den Normalbürger, malte der Professor so banale Dinge wie eine Sonne und ein wogendes Meer mit Fischen darin auf die Folie, entschuldigte sich mit einem schelmischen Lächeln für seine "rudimentären Zeichenkünste" und erläuterte dann anhand der bunten Skizze anschaulich, wenn natürlich auch in vereinfachter Form, eines der Gesetze der Quantenmechanik…
Viele der Zuhörer sind Stammgäste, so z.B. ein Lehrer-Ehepaar um die 50, das insgesamt 6 oder 7 Mal bei "Open Class" dabei war. Die beiden haben aus der NZZ von der Vorlesungsreihe erfahren und halten sie für eine "gute und lustige Sache", selbst wenn ihnen der Übergang von den konkreten Beispielen zu mathematischen Formeln zum Teil etwas zu schnell geht, wenn Dozent Hromkovic zwischen seinen beiden Projektoren förmlich hin und her zu fliegen scheint.
Wiebke ist Studentin der Lebensmittelwissenschaften und wollte sich eigentlich nur die beiden Vorträge über Bio- und Quantenrechner anhören, war dann aber so begeistert, dass sie auch noch zu den letzten beiden Vorlesungen gekommen ist. Sie schätzt insbesondere den fächerübergreifenden Bezug: "Für mich ist es besonders interessant zu sehen, wie sich biochemische Technologien und Erkenntnisse aus der Physik mit Informatik verknüpfen lassen", sagt die 24-jährige, die durch ihren Mitbewohner, der an der ETH Informatik studiert, auf "Open Class" aufmerksam wurde.
Tobias (17) und Daniel (18), zwei besonders treue "Open Class"-Anhänger, wurden von ihrem Mathelehrer auf die Vorträge hingewiesen. Die beiden Zürcher Gymnasiasten "von der letzten Bank" sind jedes der elf Male dabei gewesen und auch immer unter den wenigen, die noch am Schluss bleiben, wenn die Hausaufgaben besprochen werden. "Die Vorträge machen echt Spass, gar kein Vergleich mit dem trockenen Mathe- und Physikunterricht in der Schule", schwärmt Tobias. Und Daniel lobt die methodische Vorgehensweise des gebürtigen Slowaken, der alles geduldig und Schritt für Schritt erkläre. "Schade, dass heute das letzte Mal ist" finden beide. Tobias und Daniel würden sich wünschen, dass auch ETH-Professoren aus anderen Departementen auf den Geschmack kommen und Veranstaltungen dieser Art anbieten.
Weitere Artikel zu "Open Class":
Weiterführende Links:
Veröffentlichungen zur Rolle der Informatik im Schweizer Bildungssystem finden Sie auf der Website der Professur für Informationstechnologie und Ausbildung.
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