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20. Juni 2007
Am 19. Juni präsentierten die Teilnehmer der ersten Ausgabe des "Game Programming Laboratory" der Öffentlichkeit mit viel Einsatz und Begeisterungsfähigkeit im RZ ihre 3D-Computerspiele, die dieses Semester unter der Leitung von Prof. Markus Gross und drei seiner Mitarbeiter von der Computer Graphics Group des Departements Informatik entstanden sind.
Von Katja Abrahams
Computerspiele üben
naturgemäss eine grosse Faszination auf junge Leute aus. Also beschloss man am
Departement Informatik, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und die
Grundlagen der 3D-Graphiktechnologie anhand von Game-Design zu vermitteln. "In
meiner 13-jährigen Lehrtätigkeit an der ETH wurde ich immer wieder gebeten,
doch mal ein Game-Lab anzubieten, dieses Jahr habe ich endlich nachgegeben",
erzählt Professor Markus Gross schmunzelnd.
Praktische Projektarbeit statt Vorlesung
In Gruppen zu je drei Personen entwarfen, programmierten und implementierten die Kursteilnehmer am PC mit Hilfe der Software XNA Game Studio Express von Microsoft Computerspiele vom rasanten Racing Game zum ausgeklügelten Strategiespiel für die XBox 360 Spielkonsole. "Wir haben zusammen sicherlich 400 Stunden Arbeitszeit in unser Projekt gesteckt, doch der Aufwand hat sich gelohnt", erzählt Student Henning Avenhaus, der zusammen mit zwei Kollegen das Spiel "Gravity Bound" entwickelt hat, dessen Held ein klebriger Ölklumpen ist, der sich seinen Weg durch eine feindliche Welt voller Monster bahnen muss.
Das Hauptaugenmerk bei der Entwicklung der Spiele lag auf technischen Herausforderungen, wie z.B. digitale Bilderzeugung, Interaktion, Einhaltung physikalischer Gesetze, visuelle Effekte und künstliche Intelligenz. Voraussetzung für die Teilnahme am "Lab" waren gute Programmierkenntnisse in Java und C++ sowie Grundkenntnisse in Visual Computing. "Das Game Programming Laboratory ist kein Seminar im herkömmlichen Sinne, sondern sehr praktisch ausgerichtet, es gibt ausser einer Einführung weder Vorlesungen noch Übungen", betont Bob Sumner, Co-Kursleiter und Senior Researcher am Computer Graphics Laboratory.
Fachjury und
Publikumspreis
Die Besucher der öffentlichen Präsentation kamen voll auf ihre Kosten und tauchten im gut gefüllten Hörsaal in eine virtuelle "Spielhölle" ein. Als fachkundige Juroren der sechs vorgestellten Spiele fungierten neben den vier Kursleitern Silke Lang vom ETH Competence Center for Digital Design & Modeling sowie Adam Moravanszky, Principal Engineer bei Ageia, Hersteller von Beschleuniger-Chips für Computerspiele.
Die Jury machte es sehr spannend und verkündete erst nach 20-minütiger Beratungszeit den Sieger, bzw. die Sieger: Da man sich nicht einigen konnte, vergab man kurzerhand zwei Preise. Der reguläre "Jury Award" ging an "Titor’s Equilibrium", ein futuristisches Strategiespiel, bei dem glühende Geister in Würfeln und anderen geometrischen Formen durch den offenen Raum rollen. Den „Honorable Award“ gewann das Action Game "S.P.H.E.R.E.S", bei dem es Münzen zu sammeln gilt und bei dem es sogar ein spezielles "Power Up" gibt, mit dem man die Gedanken des Gegners kontrollieren kann.
Auch das Publikum durfte abstimmen und kürte das Game "Battle Balls" zum Sieger, bei dem "toughe" Kugeln zwischen Häuserschluchten gegeneinander antreten und dabei auf beeindruckende Weise Wolkenkratzer zum Einsturz bringen.
Da sich Veranstalter und Teilnehmer gleichermassen zufrieden zeigten, dürften weitere Ausgaben des "Game Programming Lab" folgen: "Dieser Kurs war ein Pilotprojekt. Unser Konzept ist sehr gut aufgegangen, daher werden wir sicherlich im nächsten Jahr wieder ein Lab dieser Art anbieten", verspricht Bob Sumner.
Mehr Informationen zum Game Programming Laboratory finden Sie auf der Kursseite
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