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Text: Tom Lang

„Was geschah am 6. Tag“ ist eine interaktive Umgebung, die in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich entwickelt wird. In dieser Umgebung wird ein Projektionsraum eröffnet, ein „Open Story Space“, in dem einzelne Sequenzen einer Geschichte mit mittels einer Vierkanal-Videoprojektion in Relation zu einander gesetzt werden. Es entsteht eine Geschichte über die Reise von zwei Frauen auf einem Fluss. Die Geschichte wird jedoch nicht kontinuierlich erzählt, sondern multilinear, parallel, fragmentarisch und offen. Durch diesen vielschichtigen Zugang kann der Erzähler das Erlebte und das, was noch zu erleben ist, gleichzeitig zeigen, rekursive Schlaufen ziehen und Zeitsprünge einbauen und den Höhepunkt dort setzen, wo es in den einzelnen Sequenzen sinnvoll ist. „Was geschah am 6. Tag“ hat kein definitives Ende, sondern es hat verschiedene Enden, die von den Betrachtern durch das Verlassen der Umgebung definiert werden.
Trotz dieser mehrschichtigen Darstellung bleibt die Geschichte und die sich daraus entwickelnden Ereignisse auf den Zuschauer gerichtet. Er ist der Adressat des Inhaltes. Wenn der Betrachter die Perspektive wechselt, wenn er sich also einer anderen Videoprojektion zuwendet, wandert die Geschichte mit ihm. Unabhängig von der Zuschauerzahl in diesem „Open Story Space“ werden die Inhalte auf eine bestimmte Person ausgerichtet. Die Identifizierung der Zuschauer und deren Verhalten auf der Aktionsfläche erfolgt über eine eindeutige Erkennung via “Wearable Device“, eines am Körper getragenen Kleinstcomputers.
Die Erzeugung der Video- und Klangdaten und ihre Abbildung auf den einzelnen Projektionsgeräten basiert auf einem endlichen Automaten, der von den “Wearable Devices“ im „Open Story Space“ gesteuert wird. Die nötigen Schaltereignisse werden via WLAN an die Projektionsgeräte übermittelt. Als Steuerparameter kommen in diesem Prototyp des endgültigen Systems die Blickrichtung der Zuschauer (via Kompass-Sensor im Wearable Device) sowie die aktiven Videosequenzen zum Einsatz. Abhängig von der aktiven Konfiguration steht dem System eine bestimmte Auswahl an möglichen Nachfolgesequenzen zur Verfügung. Die Entscheidung, welche daraus ausgewählt werden und auf welchen Betrachter sie ausgerichtet werden, obliegt dem System.
Darsteller: Natalie Kriesemer, Sandra Sieber, Dietmar Vonwiller, Manu Vonwiller, Tom Lang
Schnitt, Bild und Ton: Tom Lang
Kamera: Tom Lang, Natalie Kriesmer, Michael Aschwanden
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